Bautzen. Wer nicht gut sieht, sollte kein Auto fahren. Vor allem direkt nach einer Untersuchung für eine Operation an den Augen. Die Ärzte in der Bautzener Klinik sagten einem 85‑jährigen Rentner aus Schirgiswalde-Kirschau sogar explizit, dass er nach dem Termin fahruntauglich ist. Er setzte sich trotzdem hinter das Steuer.
So gibt es der Staatsanwalt in seiner Anklageschrift beim Prozess gegen den Mann am Bautzener Amtsgericht wieder. Am 30. März 2026 war er gegen 13.45 Uhr auf der Bautzener Straße in seinem Wohnort unterwegs. Dort wollte er nach links abbiegen – und übersah dabei eine junge Mopedfahrerin. Bei dem Unfall wurde sie schwer verletzt. Der Staatsanwalt zählt einige Befunde auf: Polytrauma, offene Brüche am Becken und am Unterarm, Schädelfraktur, Lungenquetschung. […]
Nach langer Wartezeit sagt der Richter, es habe den Vorschlag einer Verfahrenseinstellung gegeben: „Unter der Bedingung des Verzichts auf die Fahrerlaubnis, der Zahlung von 3200 Euro an die Geschädigte und der Teilnahme des Angeklagten an einem Täter-Opfer-Ausgleich.“ Damit kann ein Konflikt außergerichtlich gelöst werden, und ein Mediator kann Täter und Opfer im Prozess begleiten.
[…]Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung stimmen dem zu. So wird das Verfahren gegen den Rentner vorläufig eingestellt.